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Verschwörungstheorien

Woran erkennt man Verschwörungsideologien zu Covid-19? Wie kann ich damit umgehen?

Seit Beginn der weltweiten Covid-19-Pandemie häufen sich Verschwörungsideologien und Fake News im Netz!

Sie bieten eine scheinbar „logische Erklärung“ für komplexe Ereignisse und vermitteln ein falsches Gefühl von Kontrolle und Überlegenheit. Dieses Bedürfnis nach klaren Verhältnissen ist in Zeiten von Corona besonders stark ausgeprägt. Falschmeldungen und Panikmache zur Corona-Krise führen nicht nur zu massiven Unsicherheiten und schüren Angst, sondern können auch gesundheitsgefährdend sein.

Verschwörungsideologien bieten auch den Nährboden für extremistische Weltanschauungen sowie Gewalt und Hass im Netz.

Zuverlässige Informationen zu erkennen ist nicht immer leicht und erfordert im Zweifelsfall viel Recherchearbeit. Die nachfolgenden Tipps helfen dabei, Fake News und Verschwörungsmythen von geprüften Nachrichten zu unterscheiden.

Quellen prüfen

Auf seriösen Veröffentlichungen und Websites sollte ein „Impressum“ mit Namen, Adresse und Kontaktmöglichkeiten der Person angegeben sein, die für die Inhalte verantwortlich ist. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn selbsternannte Expertinnen und Experten und keine anerkannten Fachpersonen hinter den Informationen stehen.

Recherchieren Sie die Behauptungen auch auf unabhängigen Seiten nach. Geben Sie hierzu einen Teil des Textes in eine Suchmaschine ein. Wenn andere Medien diese Nachricht nicht verbreiten, sollte an der Richtigkeit der Nachricht gezweifelt werden.

Auch seriös wirkende Daten und Statistiken ohne Quellenangabe können auf Fake News hindeuten. Oft werden Zahlen oder Zitate genannt, ohne dass angegeben wird woher sie kommen. Diese sind dann häufig verzerrt, verdreht oder ganz aus dem Zusammenhang gerissen - oder sie sind sogar komplett frei erfunden.

Besonders beliebt sind derzeit digitale Medieninhalte, sogenannte Memes, die bestimmte Informationen geschickt mit manipulierten Bildern oder Videomaterial kombinieren.

Mit einer Rückwärtssuche kann überprüft werden, wo und wann Bilder und Videos das erste Mal aufgetaucht sind, bearbeitet oder aus dem Zusammenhang gerissen wurden.

Für die Bildersuche gehen Sie zum Beispiel auf „Google Bilder Suche“ und kopieren Sie dort das Bild hinein.

YouTube-Videos können unter citizenevidence.amnestyusa.org nachverfolgt werden.

Bei manchen sozialen Netzwerken können ungeeignete Inhalte an die Betreibenden der Plattform gemeldet werden.

Faktenchecks nutzen

Die gängigsten Schlagzeilen und Thesen können ganz schnell und kostenlos auf Fake News-Sammelseiten oder Faktenchecker-Webseiten überprüft werden. Hier finden Sie einen Überblick der gängigsten Anbieter:

Mimikama ist ein 2011 gegründeter österreichischer Verein mit dem Ziel der Aufklärung über Internetmissbrauch.

APA-Faktencheck ist bei der APA - Austria Presse Agentur angesiedelt und hat sich zum Ziel gesetzt, nicht nur Privatpersonen, sondern auch Journalistinnen und Journalisten beim Einschätzen von (Des-)Informationen zu unterstützen.  

correctiv.org ist ein deutsches gemeinnütziges Recherchezentrum.

Selbstreflexion

Es ist völlig selbstverständlich, dass viele während der COVID-19-Krise nach Antworten suchen und besorgt sind. Verstärkt wird diese Situation dadurch, dass das Virus neu und noch relativ unerforscht ist. Forschung kann langatmig sein und bis es profunde Ergebnisse gibt, können Jahre vergehen. Soziale Netzwerke und das Internet sind hingegen schnell und eine gute Plattform für diejenigen, die meinen die Antworten bereits zu haben. Die eigenen Ängste und Erwartungen zu hinterfragen, kann in diesem Prozess sehr hilfreich sein.

Was kann ich tun?

Wie gehe ich mit einer Person um, die an Verschwörungen glaubt?

Vorab: Verschwörungsideologien verbreiten sich schnell und sind nicht einfach zu widerlegen. Trotzdem ist es wichtig zu reagieren, da Stillschweigen auch als Zustimmung interpretiert werden könnte und die Verschwörungsideologie dadurch noch mehr befeuert wird! Grundsätzlich gilt:

  • Zuhören und detaillierte Fragen stellen!
  • Nach den Quellen fragen!
  • Im Dialog bleiben: Die Person und ihre Sorgen ernst nehmen und nicht abwerten!
  • Trotz Dialogbereitschaft eindeutig Position gegenüber abwertenden Tendenzen beziehen!
  • Im Zweifelsfall nicht teilen. Nicht weiter verbreiten.

Wenn das nicht reicht, können Sie die vom BMAFJ geförderten Stellen kostenlos und anonym kontaktieren:

Beratungsstelle Extremismus

Bietet Beratung, Information und Weiterbildung für Angehörige, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Lehrende oder andere Bezugspersonen, wenn sie Sorge haben, dass jemand aus ihrem Umfeld mit einer extremistischen Gruppierung sympathisiert. Extremistische Ideologien können politisch oder religiös begründet werden. Sehr oft sind Verschwörungstheorien Elemente von extremistischen Weltanschauungen.

Die Beraterinnen und Berater begleiten auch Personen, die sich von einer extremistischen Gruppierung abwenden wollen und bzw. oder an deren Ideologie zweifeln.

Telefon: 0800 20 20 44

https://www.beratungsstelleextremismus.at/ 


Bundesstelle für Sektenfragen

Bietet Information und Beratung in Zusammenhang mit religiösen und weltanschaulichen Gemeinschaften, Esoterik, Staatsverweigerern und Verschwörungstheorien. Ziel ist es, möglichst objektive Informationen zur Verfügung zu stellen, potenzielle Gefährdungen abzuklären und gesellschaftliche Konflikte zu reduzieren.

Telefon: +43 (0) 513 04 60

https://www.bundesstelle-sektenfragen.at/


ZARA Beratungsstelle #GegenHassimNetz

Von Hass im Netz wird bei hasserfüllten Inhalten gesprochen, die sich gegen Einzelpersonen oder Gruppen wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer Hautfarbe, der sexuellen Orientierung, der Religion etc. richten. Auch Verschwörungstheorien und Fake News können unter Umständen Hass im Netz darstellen. Oft erfüllen derlei Inhalte auch einen rechtlichen Straftatbestand. Die Beratungsstelle #GegenHassimNetz unterstützt sowohl bei legalen wie auch illegalen Formen von Hass im Netz.

Telefon: +43 (0) 1 929 13 99
https://onlineberatung.aygonet.de/index.php?fw_goto=anmeldung/helpdesk/22ddb&

www.zara.or.at

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