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IHS Studie zu Aktion 20.000 veröffentlicht, 24. September 2020

Studie ab sofort online; Aus Sicht des Arbeitsministeriums kein Instrument für Bewältigung der Corona Krise am Arbeitsmarkt

Das Institut für Höhere Studien (IHS) hat die unter Sozialminister Stöger eingeführte Aktion 20.000, die für Langzeitbeschäftigungslose über 50 konzipiert war umfangreich hinsichtlich ihrer fiskalischen Wirkung analysiert. Die Studienergebnisse können ab sofort online abgerufen werden.

Die Maßnahmenteilnahme ist mit vergleichsweise hohen AMS-Ausgaben verbunden. Durch die verbesserte Arbeitsmarktintegration fallen nach Maßnahmenende jedoch AMS-Ausgaben weg und gleichzeitig werden durch die Beschäftigung Einnahmen der öffentlichen Hand in Form von Sozialversicherungsbeiträgen und Lohnsteuereinnahmen generiert.

Die IHS-Analyse zeigt, dass das Verhältnis von Mehrausgaben zu Einsparungen bei Teilnehmerinnen- und Teilnehmer-Gruppen, mit relativ guten Arbeitsmarktchancen fiskalisch ungünstig ist. Bei Teilnehmerinnen- und Teilnehmer-Gruppen, die traditionell am Arbeitsmarkt besonders benachteiligt sind – etwa Frauen ab 55 mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen – fällt das Verhältnis von Mehrkosten zu Einsparungen dagegen positiv aus.

Ebenso hat die Analyse gezeigt, dass es bei der fiskalischen Betrachtung von AMS-Maßnahmen mit der Zielgruppe älterer Arbeitsloser wichtig ist, auch das Pensionssystem miteinzubeziehen. Ein relativ hoher Anteil der älteren Langzeitbeschäftigungslosen, die nicht an der Aktion 20.000 teilgenommen haben, verlässt das Erwerbssystem Richtung Pension. Dadurch sinken zwar AMS-Ausgaben, die Pensionsausgaben steigen jedoch.

„Die Aktion 20.000 kann als interessantes Experiment betrachtet werden. Bestimmte Elemente können aus einer sehr engen fiskalischen Sicht positiv bewertet werden. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt stellen uns aber vor völlig neue Herausforderungen“ , so Dominik Walch, Autor der Studie.  

Arbeitsministerin Christine Aschbacher weist in diesem Zusammenhang auf die großzügige Dimensionierung der Aktion 20.000 hin: „Gerade bei teureren arbeitsmarktpolitischen Instrumenten ist eine gut überlegte Zielgruppenauswahl wichtig. Für Menschen, die infolge der Corona-Pandemie arbeitslos geworden sind und noch vergleichsweise kurz in Arbeitslosigkeit sind, ist eine derartige Beschäftigungsaktion kein geeignetes Instrument. Hier gilt es vielmehr, mittels passgenauer Qualifizierung und Vermittlung Menschen rasch wieder in reguläre Beschäftigung zu bringen“, betont die Arbeitsministerin.