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Aschbacher/Schramböck/Faßmann/Anschober: Wir unterstützen Jugendausbildung und -beschäftigung, 26. Oktober 2020

Taskforce für Jugendbeschäftigung kann bereits mehrere Erfolgsprojekte vorweisen

Im Rahmen des heutigen Ministerrats wurde eine Zwischenbilanz aus der im Juni eingerichteten Taskforce für Jugendbeschäftigung gezogen. „Und die Bilanz kann sich sehen lassen“, so Arbeitsministerin Christine Aschbacher. „Wir konnten in ressortübergreifender Kooperation sowohl die Lehrstellenlücke merklich schließen als auch mehr als 25.000 Jugendliche seit dem Höhepunkt der Krise wieder in Beschäftigung bringen.“  

Die Taskforce für Jugendbeschäftigung wurde auf Initiative des Arbeitsministeriums gemeinsam mit dem Wirtschafts-, Bildungs-, und Sozialministerium eingerichtet, mit dem Ziel, die Ausbildungsperspektiven von Jugendlichen zu erweitern und sie beim Einstieg in den Arbeitsmarkt zu unterstützen.

„Die Entwicklung am Lehrstellenmarkt in den letzten Monaten kann trotz der durch die Corona-Pandemie bedingten Herausforderungen vorsichtig positiv bewertet werden. Es ist uns gelungen, uns von einem Lehrstellenmangel hinzu einem Lehrstellenüberhang zu bewegen“, betont die Arbeitsministerin.

Sozialminister Rudi Anschober: „Durch die Corona-Krise sind auch Jugendliche verstärkt von Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung betroffen. Insbesondere Jugendliche mit Behinderungen bzw. Unterstützungsbedarf, weshalb wir mit den Angeboten des Sozialministeriumsservice – Jugendcoaching, Ausbildungsfit und Berufsbildungsassistenz - hier gegensteuern wollen. Den jungen Menschen soll damit eine Bildungs-, Arbeits- und Lebensperspektive eröffnet werden.“

Im September waren im AMS 400 offene Lehrstellen mehr ausgeschrieben als Lehrstellensuchende gemeldet waren. „Zu betonen ist, dass hier ein großes regionales Ungleichgewicht vorherrscht“, so Aschbacher weiter. „Während in Wien neun Lehrstellensuchende auf eine Lehrstelle kommen, gibt es in Oberösterreich, Tirol und Salzburg zum Beispiel mehr Lehrstellen als Lehrstellensuchende.

Die Arbeitsministerin ermutigt lehrstellensuchende Jugendliche daher, flexibel und offen für Ausbildungen außerhalb des eigenen Bundelands zu sein: „Im Zuge unserer Implacementstiftung Just2Job unterstützen wir 1000 junge Erwachsene dabei, eine Ausbildung bei einem Betrieb absolvieren zu können. Daher übernehmen wir für einen Teil auch die Wohn- und Umzugskosten, sollte eine Lehrstelle in einem anderen Bundesland angenommen werden“, meint Aschbacher.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck streicht in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit des Lehrlingsbonus hervor: „Der Lehrlingsbonus wirkt. Ich bin davon überzeugt, dass wir einen größeren Rückgang der Lehrstellen damit abfedern konnten.“ Ursprünglich lagen die Schätzungen bei einem Rückgang der Lehrlingsstellen von 20 - 30 Prozent, der tatsächliche Rückgang betrug Ende September etwa 9,1 Prozent. „Unsere Betriebe glauben an die Lehre, das ist ein starkes Signal. Die befürchtete Lehrstellenlücke ist nicht eingetreten“, so Schramböck. Bis heute gingen rund 9.500 Anträge ein, ausbezahlt wurden bereits über 5,7 Millionen Euro. Rund 53 % aller Anträge wurden von der Sparte "Gewerbe und Handwerk" eingebracht. 16 % kommen aus dem Handel, 14 % aus der Industrie. Der Lehrlingsbonus kann noch bis Ende Oktober beantragt werden. Eine weitere Maßnahme war die Einführung der Kurzarbeit für Lehrlinge, ohne Einbußen beim Lehrlingseinkommen. Vor kurzem wurde die Kurzarbeit auch bis Ende März verlängert. „Rund 50 Prozent aller Lehrlinge haben sich 2020 in Kurzarbeit befunden. Mit der Kurzarbeit für Lehrlinge haben wir unsere Lehrbetriebe dabei unterstützt, dass sie ihre Lehrlinge in Ausbildung behalten können. Für mich ist es entscheidend, dass wir unsere Lehrlinge in diesen schwierigen Zeiten unterstützen. Jede Lehrstelle ist ein Arbeitsplatz, der Zukunft schafft.“

Darüber hinaus konnte die Taskforce für Jugendbeschäftigung auch in vielen weiteren arbeitsmarktpolitischen Bereichen Fortschritte erzielen: „Hervorzuheben sind hier unter anderem die Ausbildungen für unter-25-Jährige im Rahmen der „Corona-Joboffensive“, ebenso wie die Intensivierung von Jugendcoaching-Angeboten im Zuge der „AusBildung bis 18“ des AMS. Wir stellen damit 500 zusätzliche Plätze für Ausbildungsvorbereitungen sicher“, begrüßt die Arbeitsministerin.

Weitere Projekte der Taskforce für Jugendbeschäftigung umfassen zum Beispiel die Aufstockung der überbetrieblichen Lehrausbildung, sowie Unterstützungsmaßnahmen für Betriebe, die Lehrlinge aufnehmen im Rahmen des Lehrlingsbonus. „Das zeigt, wir verfügen über einen breiten Maßnahmenmix im Bereich der Jugendbeschäftigung, mit dem wir schon merkliche Fortschritte erzielt haben und auch für den Herbst und Winter gut gerüstet sind“, schließt Aschbacher.

Die Verhinderung von vorzeitigem Schul- und Ausbildungsabbruch ist ein wichtiges Ziel von Bildungsminister Heinz Faßmann: „Im aktuellen Schuljahr haben wir bereits zwei ganz konkrete Schritte gesetzt. Die Polytechnische Schule arbeitet bereits mit einem neuen, modernisierten Lehrplan, der  besser auf die Anforderungen der Wirtschaft abgestimmt ist. Darüber hinaus haben wir insgesamt tausende zusätzliche Ausbildungsplätze an Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen geschaffen. So haben wir sichergestellt, dass alle, die in dieser herausfordernden Zeit noch nachträglich einen Ausbildungsplatz an einer höheren oder mittleren Schule wollten, auch einen bekommen haben.“