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Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verfügen über viel Erfahrung. Mit ihrem Einsatz tragen sie substanziell zum österreichischen Wirtschaftswachstum und zur Produktivitätsentwicklung bei.

Wenn alle Alters- und Bevölkerungsgruppen ins Erwerbsleben eingebunden sind, profitieren nicht nur die Beschäftigten selbst, sondern auch die Gesellschaft insgesamt.

Besonders für Ältere ist es aber häufig eine große Herausforderung einen Arbeitsplatz zu finden. Wenn sie ihre Beschäftigung verlieren, sind ältere Arbeitskräfte daher stark von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht.

Speziell Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über 50 Jahre konnten in den vergangenen Jahren weniger vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitieren. In Zeiten steigender Arbeitslosigkeit sind Ältere besonders betroffen.

Arbeitsmarktförderungen für Ältere

Deshalb stehen für ältere Arbeitsuchende zweckgebundene Budgetmittel zur Verfügung, um Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen: Im Arbeitsmarktpolitikfinanzierungsgesetz (§ 13 Absatz 2 AMPFG) ist ein Sonderbudget von jährlich bis zu 165 Mio. Euro (Beschäftigungsinitiative 50+) eingerichtet.

Damit können Personen gefördert werden, die über 50 Jahre alt sind und entweder schon länger als 90 Tage vorgemerkt sind oder unabhängig von der Vormerkdauer starke Arbeitsmarktbenachteiligungen aufweisen.

Dieses zielgruppengebundene Budget fließt zu 60 Prozent in betriebliche Beschäftigungsförderung und in betriebsnahe Qualifizierungsförderung. 40 Prozent können für alle anderen Beihilfenarten herangezogen werden.

Darüber hinaus stehen in den Jahren 2019 und 2020 insgesamt 50 Mio. Euro für Beihilfen, Maßnahmen und Beschäftigungsprojekte zur Schaffung und Förderung von Arbeitsplätzen für über 50-jährige Arbeitslose insbesondere Langzeitbeschäftigungslose zur Verfügung (§ 13 Absatz 5 AMPFG).

Im Jahr 2018 hat das Arbeitsmarktservice knapp 70000 Menschen über 50 Jahre gefördert. Das bedeutet eine Förderquote von 31 Prozent, es erhielt also beinahe jede dritte arbeitsuchende Person aus dieser Altersgruppe eine Förderung. Dafür setzte das AMS rund 368 Mio. Euro an aktiven Fördermitteln ein.

Die Förderungen reichen von finanzieller Unterstützung für eine Aus- oder Weiterbildung über Unterstützungsangebote bis hin zu geförderter Beschäftigung. Diese bildet seit einigen Jahren einen wesentlichen Schwerpunkt der AMS-Strategie, Menschen über 50 Jahren wieder ins Berufsleben einzugliedern.

Qualifizierungsförderung erfolgt zum Beispiel in Form von beruflicher Weiterbildung im Rahmen der Qualifizierung von Beschäftigten, Arbeitsstiftungen zur betriebsnahen Ausbildung von geeigneten Arbeitsuchenden oder vom AMS beauftragten Kursen.

Zur Unterstützung gibt es zum Beispiel individuell abgestimmte Angebote zur Bewältigung komplexer Problemlagen im Rahmen von Beratungs- und Betreuungseinrichtungen.

Formen der Beschäftigungsförderung

Damit Ältere und andere arbeitsmarktpolitisch benachteiligte Personengruppen leichter in eine neue Beschäftigung kommen, bietet das Arbeitsmarktservice Betrieben eine zeitlich befristete Förderung der Lohn- und Lohnnebenkosten an, die Eingliederungsbeihilfe. Im Jahr 2018 haben davon rund 47700 Menschen profitiert, 46 Prozent davon waren älter als 50 Jahre.

Die Kombilohnbeihilfe ist eine Lohnaufzahlung an die Dienstnehmerin/den Dienstnehmer in individueller Höhe. Sie soll den Anreiz erhöhen, eine Beschäftigung auch dann aufzunehmen, wenn sie in Relation zum jeweiligen Leistungsanspruch aus der Arbeitslosenversicherung niedrig entlohnt ist. Von den rund 7300 so Geförderten im Jahr 2018 waren 58 Prozent über 50 Jahre alt.

In einer geförderten Beschäftigung in Sozialen Unternehmen sammeln Arbeitsuchende nach längerer Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und bei begleitender sozialpädagogischer Betreuung wieder Arbeitserfahrung. 2017 waren beinahe 5300 Personen in Gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten (davon 46 Prozent über 50 Jahre) und ca. 22000 Personen in sozialökonomischen Betrieben (davon 45 Prozent Ältere) tätig.

Letzte Aktualisierung: 23. Oktober 2019