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Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raumes

Der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raumes (ELER) fördert in der Programmperiode 2014 bis 2020 „Soziale Angelegenheiten" und ist mit insgesamt 235,4 Mio. Euro (einschließlich nationaler Ko-Finanzierung durch die Bundesländer) dotiert.

Den Bundesländern (außer Wien) stehen für Investitionen in soziale Dienstleistungseinrichtung ca. 215,6 Mio. Euro und für den Gesundheitsbereich ca. 19,8 Mio. Euro an ELER-Mitteln inklusive nationaler Ko-Finanzierung durch die Bundesländer zur Verfügung.

Das Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend als vorhabensverantwortliche Stelle auf Bundesebene hat ausschließlich eine Koordinierungsfunktion. Die Ko-Finanzierung für diese Vorhabensart kommt - aufgrund der Zuständigkeit für die entsprechenden Investitionen - von den Bundesländern.

Es können Investitionen in die Schaffung, Verbesserung oder Ausdehnung lokaler Basisdienstleistungen für die ländliche Entwicklung und die dazugehörige Infrastruktur gefördert werden.

Mit den Investitionen in „Soziale Angelegenheiten" wird lokale Beschäftigung geschaffen, Abwanderung verhindert und insgesamt die Erwerbstätigkeit im ländlichen Raum unterstützt. Damit wird ein nicht unwesentlicher Beitrag für die Attraktivität des ländlichen Raums geleistet.

Was kann gefördert werden

Folgende Einrichtungen im ländlichen Raum - mit einem Mindestvolumen von 50.000,- Euro bis max. 2,5 Mio. Euro - sind förderbar (Förderhöhe: 100 Prozent der anrechenbaren Kosten):

Investitionen in

  • Kinderbetreuungseinrichtungen
  • Psychosoziale und psychiatrische Einrichtungen für Kinder und Jugendliche
  • Einrichtungen der Pflege und Betreuung (z.B. Tageszentren)
  • Einrichtung von Wohnbauten zur Deckung des Betreuungs- und Wohnbedarfs von Kinder, Älteren, Menschen mit Beeinträchtigung oder in besonderen Notlagen
  • Investitionen in Mobile Dienste sowie Hol-, Bring- und Servicedienste
  • Hard- und Software für soziale Dienstleistungen sowie IKT-gestützte Alltagshilfen
  • Barrierefreie Zugänge zu sozialen Dienstleistungsangeboten
  • Auf- und Ausbau von Infrastrukturen im Bereich der ambulanten Gesundheitsdienstleistungen einschließlich Videodolmetschdienste im Rahmen der Zielsteuerung-Gesundheit

Förderwerber

Im sozialen Bereich werden Gebietskörperschaften, nicht gewinnorientierte Vereine und Unternehmen, Körperschaften öffentlichen Rechts, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie Arbeitsgemeinschaften der vorgenannten Organisationen gefördert. Im Gesundheitsbereich sind dies Gesundheitsdienstanbieterinnen und -anbieter, soziale Gesundheits- und Pflegedienste sowie Städte und Gemeinden.

Auswahlverfahren

Die Auswahl der Vorhaben erfolgt entweder mittels geblocktem Verfahren oder mittels Calls im jeweiligen Bundesland. Beim geblockten Verfahren sind zumindest zwei Auswahlverfahren gleichmäßig verteilt über die gesamte Förderperiode vorgesehen. Daneben kann das jeweilige Bundesland als „Bewilligende Stelle" auch zusätzliche Calls zur Einrichtung von Projektanträgen für besonders relevante und vordringliche Themenbereiche bzw. zur spezifischen Schwerpunktsetzung durchführen. Die Stichtage bzw. die Aufrufe zur Einrichtung von Projektanträgen werden vorab veröffentlicht. Die Auswahl und Genehmigung der Projekte erfolgt anhand eines bundesweit festgelegten transparenten und objektiven Bewertungsschemas.

Umsetzung durch die Bundesländer

Die Umsetzung dieser Förderung erfolgt ausschließlich durch die jeweiligen Bundesländer (bewilligende Stellen). Die bewilligenden Stellen sind entweder eine Abteilung der Landesregierung oder die Agrarbezirksbehörde. Die Agrarmarkt Austria (AMA) fungiert als Zahlstelle, die sich um den kompletten administrativen Aufwand kümmert und den Zahlungsfluss sicherstellt. 
Alle Bundesländer haben im Bereich Soziales bereits Auswahlverfahren oder themenspezifische Calls durchgeführt und es werden entsprechende Projektinvestitionen gefördert. Bis zum Ende der Periode sind erneute Auswahlverfahren und Calls geplant, um die Fördermittel vollends auszuschöpfen.

Beispielhafte Projekte, die bereits beantragt bzw. genehmigt wurden:

  • Ausbau von Räumlichkeiten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Rankweil und Errichtung einer Tagesklinik für die Kinder- und Jugendpsychiatrie Marianum Bregenz (Vorarlberg)
  • Neubau Werkstätte in Haag am Hausruck für Menschen mit Beeinträchtigungen (Oberösterreich)
  • Neubauten von Wohnhäusern und Tageskliniken sowie Einrichtung von Wohngruppen für Menschen mit Beeinträchtigungen (Oberösterreich, Burgenland)
  • Neubau eines Seniorentagesbetreuungszentrums in Werfen (Salzburg)
  • Flüchtlingshaus St. Anton (Salzburg)
  • Ausbau Kindergarten Mauterndorf (Salzburg)
  • Generationsverbindendes Eltern-Kind-Zentrum im „Betreuten Wohnen" Berndorf (Salzburg)
  • Kinderbetreuungsatlas - Plattform, die Überblick über Kinderbetreuungseinrichtungen bietet (Burgenland)
  • Hol- und Bringdienste - Ankauf von Fahrzeugen für Transport von Menschen mit physischen Beeinträchtigungen (Burgenland)
  • Umbau eines Wohnheimes GFB, Gesundheitszentrum Großpetersdorf (Burgenland)
  • Errichtung von Tagesbetreuungseinrichtungen und N.Ö. Landeskindergärten z.B. in den Gemeinden Sitzendorf an der Schmieda, Glinzendorf, St. Anton an der Jessnitz und in den Marktgemeinden Leiben, Langau, Pernegg, Grafenwörth
  • Errichtung eines 2-gruppigen Kindergartens und einer 2-gruppigen Tagesbetreuungseinrichtung in der Marktgemeinde Ernstbrunn
  • Umbau des Zoecklerhauses für intensiv betreutes Wohn (Kärnten)
  • Leistbare Wohnungen für Menschen mit Behinderung in Liezen (Steiermark)
  • Herstellung der Barrierefreiheit im Haus am Seespitz (Therapiezentrum) und in Imst (Tirol)
  • Neubau betreutes Wohnen PSP Volders (Tirol)
  • PHC - Primary Health Care in Enns (Oberösterreich)
  • PVZ Marchtrenk und PVN Neuzeug-Sirning (Oberösterreich).
Inhaltlicher Stand: 14. Oktober 2019