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Aschbacher: Krisenbedingte Arbeitslosigkeit im Oktober leicht gesunken, 2. November 2020

Saisonal bedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit in absoluten Zahlen im Oktober

„Wir konnten heuer über 550.000 Menschen wieder in Beschäftigung bringen und die Arbeitsaufnahmen seit Mai deutlich steigern. Das war in den letzten Wochen und Monaten ein gutes Signal, das zeigt, dass der Arbeitsmarkt trotz Corona-Pandemie in Bewegung ist. Die krisenbedingte Arbeitslosigkeit ist im Oktober auf rund 70.000 Personen gesunken. Gleichzeitig spüren wir am Arbeitsmarkt, dass die Ausbreitung der Pandemie und die damit notwendigen Maßnahmen des zweiten Lockdowns deutlich merkbar sind. Mit gezielten Maßnahmen wie der Corona-Kurzarbeit und der Corona-Joboffensive, sowie weiteren Instrumenten wie bspw. dem Neustartbonus, sind wir für die kommenden Wochen und Monate gerüstet.“

Seit Mitte April ist die krisenbedingte Arbeitslosigkeit rückläufig, ohne jedoch die Zuwächse der Vormonate ausgleichen zu können. Die Folge der Weltwirtschaftskrise auf der Corona-Pandemie ist ein Anstieg der registrierten Arbeitslosigkeit auf von 358.396 (+70.363 gegenüber Ende Oktober 2019). Hinzu kommen 65.354 beim AMS als Schulungsteilnehmer/innen registrierte Personen. Die Zahl der Vorgemerkten beträgt somit Ende Oktober 423.750, das bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um +69.724 bzw. +19,7%.

Gegenüber dem Vormonat Ende September 2020 erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um +11.489 und auch die AMS Schulungsteilnahmen nehmen zu (+3.408). Dieser Anstieg der Arbeitslosigkeit folgt dem üblichen Saisonmuster der vergangenen Jahre. Dies zeigt sich daran, dass der prozentuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr Ende Oktober geringer ist als noch im September.

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt hat auch Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahlen, die derzeit nur geschätzt werden können. Der geschätzte Rückgang bei den unselbständigen Beschäftigungsverhältnissen Ende Oktober beträgt rund -43.000. Ende Oktober 2020 sind 358.396 Personen beim AMS arbeitslos vorgemerkt. Die Zahl der Arbeitslosen steigt Ende Oktober um +24,4% bzw. +70.363 Personen im Vergleich zum Vorjahr. Inklusive der Personen in einer AMS-Schulung beträgt die Zahl der Vorgemerkten Ende Oktober 423.750, das bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um +69.724 bzw. +19,7%. In AMS Schulung werden aktuell 64.354 Personen gezählt (-639 bzw. -1,0% gegenüber Ende Oktober 2019).

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition liegt bei geschätzten 8,7%, das ist ein Anstieg von +1,7%-Punkten gegenüber dem Oktober 2019. Die Arbeitslosenquote nach internationaler Erhebungsmethode gemäß EUROSTAT liegt für September 2020 bei 5,5% (+1,1%-Punkte). Österreich liegt im europäischen Vergleich an der elften Stelle bei der Arbeitslosenquote.

Merklich überdurchschnittliche Zuwächse der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen Ende Oktober Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft (+31,6%).Die Arbeitslosigkeit von Männern steigt mit +24,7% etwas stärker als die der Frauen (+24,2%).

Menschen mit Behinderungen (+13,4%) sowie Ältere ab 50 Jahren (+22,2%) weisen im Vergleich zum Vorjahr eine unterdurchschnittlich ansteigende Arbeitslosigkeit auf. Aber auch die Arbeitslosigkeit von Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) wächst im Oktober mit +19,0% unterdurchschnittlich. Der Anteil der Arbeitslosen mit einer Wiedereinstellzusage im Register beträgt 7,9%.

In der Betrachtung nach Branchen zeigen sich Ende Oktober die größten Zuwächse in der registrierten Arbeitslosigkeit im Tourismus (+30,8%), gefolgt von der Baubranche (+30,1%). Dann folgen der Handel mit +25,6% Arbeitslosigkeit und das Gesundheits- und Sozialwesen (+24,0%). Die Warenproduktion (+22,7%) sowie die Arbeitskräfteüberlassung (+14,5%) zeigen eine unterdurchschnittlich steigende Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr.

Steigende Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr verzeichnen alle Bundesländer, am stärksten ist der Zuwachs in Tirol (+38,9%) und Vorarlberg (+30,6%). Dann folgen Wien (+26,4%), Salzburg (+25,6%), Oberösterreich (+25,4%), die Steiermark (+23,6%), das Burgenland (+20,4%), Niederösterreich (+18,9) sowie Kärnten (+9,5%).

Ende Oktober 2020 standen beim AMS 64.666 sofort verfügbaren offenen Stellen (-11.511 oder -15,1%) zur Verfügung. Insgesamt konnten 2020 bereits 557.785 Personen aus AMS-Vormerkung heraus wieder Arbeit aufnehmen. Die Arbeitsaufnahmen aus AMS-Vormerkung reduzierten sich in der zweiten Märzhälfte deutlich und lagen auch im April unter den Werten des Vorjahres. Ab Mai 2020 liegen die Arbeitsaufnahmen bereits wieder deutlich über den Vorjahresmonaten.

Geschätzte 3.768.000 Personen, das sind rund 43.000 Personen weniger als im Oktober 2019 bzw. -1,1%, befanden sich Ende Oktober 2020 in unselbständigen Beschäftigungsverhältnissen.

Am Lehrstellenmarkt zeigt sich Ende Oktober österreichweit eine Lehrstellenlücke von 513 gemeldeten Lehrstellen (-669). Den 7.832 sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden (ohne Teilnehmerinnen und Teilnehmer der überbetrieblichen Lehrausbildung) standen 7.319 gemeldete, sofort verfügbare Lehrstellen gegenüber. Die Zahl der Lehrstellensuchenden ist höher als im Vorjahr, das Angebot an Lehrstellen hingegen ist konstant. In Wien und Niederösterreich suchen Ende Oktober 2020 weiterhin deutlich mehr Jugendliche eine Lehrstelle als offene Lehrstellen angeboten werden. In Wien übersteigt die Nachfrage mit rund 10 Lehrstellensuchenden, die einer sofort verfügbaren offenen Lehrstelle gegenüberstehen, das Angebot deutlich. Demgegenüber sind in Oberösterreich, Salzburg und Tirol deutlich mehr offene Lehrstellen verfügbar als Lehrstellensuchende gemeldet.