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Jugendliche und junge Erwachsene

Jugendliche und junge Erwachsene gut auszubilden ist ein wichtiges Ziel der österreichischen Arbeitsmarktpolitik. So werden junge Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen gezielt bei der Berufsausbildung sowie beim Nachholen von Bildungsabschlüssen und beim Erwerb von ergänzenden Qualifikationen unterstützt.

Laut EUROSTAT lag die Arbeitslosigkeit der 15- bis 24-Jährigen in Österreich im Jahr 2018 bei 9,4 Prozent. Österreich hat damit innerhalb der EU (nach Deutschland, der Tschechischen Republik und den Niederlanden) die viertniedrigste Arbeitslosenquote bei Jugendlichen und nimmt im internationalen Vergleich weiterhin eine Spitzenposition ein. Wichtige Faktoren dafür sind unter anderem das große Angebot an Programmen für Jugendliche sowie das gut funktionierende System der dualen Ausbildung.

Arbeitsmarktpolitik für Jugendliche

Arbeitsmarktpolitik für junge Erwachsene: "Ausbildungsgarantie bis 25"

Budget gegen Jugendarbeitslosigkeit

Arbeitsmarktpolitik für Jugendliche

Mit einer Schulpflicht von lediglich neun Jahren befand sich Österreich international und im europäischen Vergleich lange am unteren Ende der Skala. Vor dem Hintergrund steigender beruflicher und gesellschaftlicher Anforderungen für junge Menschen erschien daher eine Verlängerung der Mindestausbildungsdauer unumgänglich. Aus dieser Überlegung heraus wurde verankert, dass alle Jugendlichen unter 18 Jahren nach Möglichkeit eine über den Pflichtschulabschluss hinausgehende Ausbildung abschließen sollen.

Dazu wurde die Initiative "AusBildung bis 18" ins Leben gerufen – ein gemeinsames Vorhaben der Sozialpartner, der Länder, relevanter Institutionen und Unternehmen sowie mehrerer Ministerien (Sozialministerium, BMBWF, BMDW, BMAFJ).

Seit dem Schuljahr 2017/2018 ist jeder und jede Jugendliche in Österreich nach der neunten Schulstufe verpflichtet, eine weiterführende Schule oder Ausbildung zu besuchen. Im Mittelpunkt steht dabei stets, die Jugendlichen individuell zu unterstützen und dabei auf ihre unterschiedlichen Interessen, Fähigkeiten und Bedürfnisse einzugehen.

Für die Erfüllung der Ausbildungspflicht eignen sich

  • Allgemeinbildende oder berufsbildende mittlere oder höhere Schulen
  • Betriebliche oder überbetriebliche Lehrausbildung inklusive Teilqualifizierungen und Lehre in verlängerter Lehrzeit
  • Qualitativ hochwertige und anerkannte arbeitsmarkt- oder bildungspolitische Maßnahmen, die auf eine Reintegration in weiterführende Ausbildungs- und Bildungsangebote vorbereiten
  • Maßnahmen für Jugendliche mit hohem Unterstützungsbedarf

Durch die "AusBildung bis 18" werden die vielfältigen Angebote besser koordiniert und effizienter genutzt sowie Angebotslücken geschlossen. Bereiche, die dabei (weiter-)entwickelt werden, sind die Unterstützung der Ausbildungswahl, die Vermeidung von Bildungs- und Ausbildungsabbrüchen, die Vorbereitung auf weiterführende Ausbildungen für benachteiligte Jugendliche sowie die betriebliche und überbetriebliche Lehrausbildung.

Zentrale Angebote der "AusBildung bis 18"

Jugendcoaching

Seit 2012 begleitet das Jugendcoaching junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf. Rund 56.000 Jugendliche nahmen 2018 daran teil. Im Rahmen der "AusBildung bis 18" spielt das Jugendcoaching eine wichtige Rolle und wird daher weiterhin quantitativ sowie qualitativ ausgebaut.

Produktionsschulen

Zum Teil fehlt es Jugendlichen an grundlegenden Qualifikationen und Social Skills, um von der Schule in Ausbildung oder Arbeit zu wechseln. Die Produktionsschulen bieten die Möglichkeit, diese nachträglich zu erwerben und verschiedene Ausbildungswege kennenzulernen. Österreichweit wurden im Jahr 2018 im Rahmen von Produktionsschulen rund 4.800 Förderfälle (inkl. der im Jahr 2018 schon in 4 Bundesländern erprobten Vormodul-Pilotprojekte) realisiert. Das Angebot wird ebenfalls sukzessive erweitert. Seit dem Jahr 2019 gibt es bundesweit ein zusätzliches Vormodul, damit Jugendliche niederschwellig einsteigen können, wenn sie aus unterschiedlichen Gründen die Angebote einer Produktionsschule noch nicht in vollem Umfang in Anspruch nehmen können.

Ausbildungsgarantie – Überbetriebliche Lehrausbildung

Die Ausbildungsgarantie sichert allen Jugendlichen, die nicht unmittelbar auf den betrieblichen Lehrstellenmarkt vermittelbar sind, einen überbetrieblichen Ausbildungsplatz. Im Ausbildungsjahr 2018/2019 wurden im Rahmen eines ursprünglich geplanten Gesamtbudgets von rund € 191 Mio. (AMS und Finanzierungsbeiträge der Länder) rund 11.700 Jugendliche in Lehrgängen der überbetrieblichen Lehrausbildung ausgebildet.  

Lehrlings- und Lehrbetriebscoaching

Das Beratungs- und Coachingangebot für Lehrlinge und Lehrbetriebe senkt die Ausstiegsquote bei der betrieblichen Lehre und unterstützt Lehrlinge beim positiven Ablegen der Lehrabschlussprüfung. Im Jahr 2018 wurden bereits mehr als 2.000 Lehrlinge ins Lehrlingscoaching neu einbezogen und es nahmen rund 400 Unternehmen das Lehrbetriebscoaching erstmals in Anspruch.

Arbeitsmarktpolitik für junge Erwachsene: "Ausbildungsgarantie bis 25"

Für junge Erwachsene konzentriert sich das AMS mit seinem Programm "Ausbildungsgarantie bis 25" seit 1. Jänner 2017 ebenfalls verstärkt auf Bildung und Ausbildung als Schlüssel zu nachhaltiger Arbeitsmarktintegration. Die Zielgruppe sind junge Arbeitsuchende, die zwischen 19 und 24 Jahre alt sind und lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügen (ca. 43 Prozent aller Arbeitslosen dieser Altersgruppe).

Die "Ausbildungsgarantie bis 25" ist ein Angebotspaket aus bisher erfolgreich eingesetzten Qualifizierungsmaßnahmen wie FacharbeiterInnen- Intensivausbildung, überbetrieblicher Lehrausbildung, Arbeitsstiftungen oder Arbeitsplatznaher Qualifizierung. Diese Maßnahmen geben jungen Erwachsenen in Österreich die Chance auf einen nachträglichen Berufsabschluss, um am Arbeitsmarkt nachhaltig Fuß fassen zu können.

Im Jahr 2018 wurden über das Programm insgesamt rund 11400 Personen (Frauenanteil 37 Prozent) zusätzlich gefördert. Die diesbezüglichen Auszahlungen betrugen rund 73 Mio. Euro.

Budget gegen Jugendarbeitslosigkeit

Im Jahr 2018 setzte die Bundesregierung für die Arbeitsmarktpolitik für Jugendliche ein Budget von 921 Mio. Euro ein.

  • Davon wurden 620 Mio. Euro über Förderungen und Beihilfen des Arbeitsmarktservice umgesetzt.
  • Über 200 Mio. Euro flossen in die betriebliche Lehrstellenförderung.
  • 100 Mio. Euro standen für die unterschiedlichen Angebote des Sozialministeriumservice zur Verfügung.

Für die "AusBildung bis 18" sind im Vollausbau ab 2020 zusätzlich rund 57 Mio. Euro vorgesehen. Im Jahr 2019 stehen zusätzlich 53 Mio. Euro für die Unterstützung Jugendlicher bei der Erlangung eines weiterführenden Abschlusses zur Verfügung.

Inhaltlicher Stand: 23. Oktober 2019