Der Gebrauch von Cookies erlaubt uns Ihre Erfahrungen auf dieser Website zu optimieren. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu.

Entlohnung und Entgelt

Erbringt eine Arbeitskraft im Rahmen eines Arbeitsvertrages eine Arbeitsleistung, steht ihr ein Arbeitsentgelt zu. Diese wird bei Angestellten meist als Gehalt und bei Arbeiterinnen und Arbeitern meist als Lohn bezeichnet.

In Österreich ist der Mindestlohn bzw. das Mindestgehalt in der Privatwirtschaft für die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in den Kollektivverträgen geregelt, zum Teil auch in Mindestlohntarifen und Lehrlingsentschädigungen.

Lehrlingsentschädigungen

In den meisten Wirtschaftszweigen wird die Lehrlingsentschädigung durch Kollektivvertrag geregelt. Gibt es keinen Kollektivvertrag, kann das Bundeseinigungsamt eine Lehrlingsentschädigung festsetzen.

Aktuelle Lehrlingsentschädigungen des Bundeseinigungsamtes sind im Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramts (RIS) abrufbar.

Aktuell gibt es Lehrlingsentschädigungen für Fitnessbetreuer und Fitnessbetreuerinnen, Veranstaltungstechniker und Verantstaltungstechnikerinnen, Sportadministratoren und Sportadministratorinnen, Kraftfahrzeugverleihunternehmungenkaufmännische Lehrlinge bei Druckern und Druckformenherstellern sowie gewerbliche Lehrlinge bei Druckern und Druckformenherstellern.

Heimarbeitstarife

Heimarbeitstarife regeln die Arbeits- und Lieferbedingungen für Heimarbeiterinnen und Heimarbeiter. Sie werden vom Bundeseinigungsamt festgesetzt. Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen sind Personen, die in einer eigenen Wohnung oder in einer selbstgewählten Arbeitsstätte mit manuellen Tätigkeiten beschäftigt sind. Angestelltentätigkeiten, wie Telearbeiten, Buchhaltung, Übersetzungen etc., fallen nicht in das Heimarbeitsgesetz. 

Mangels persönlicher Abhängigkeit sind Heimarbeiterinnen und Heimarbeiter keine Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im engeren Sinn; sie stehen jedoch in der Regel in einem wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnis. Für sie gilt daher ein eigenes Gesetz, nämlich das Heimarbeitsgesetz, das dem Schutz der Heimarbeitskräfte dienen soll. Die darin enthaltenen arbeitsrechtlichen Bestimmungen – beispielsweise zu Themen wie Urlaub, Entgeltzahlung für Feiertage, Entgeltfortzahlung bei Arbeitsverhinderung, Sonderzahlungen, Leistung im Pflegefall, Beendigung des Arbeitsverhältnisses und Abfertigung – wurden laufend an die Bestimmungen angepasst, die auch für Betriebsarbeiterinnen und Betriebsarbeiter gelten.

Aktuelle Heimarbeitstarife sind im Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramts (RIS) abrufbar. Sie gelten für die Herstellung und Bearbeitung von Bürsten und Pinseln, die Be- und Verarbeitung sowie Verpackung chemischer Erzeugnisse, die Herstellung oder Bearbeitung von Drechsler- und sonstigen Holzwaren, Kettenstichstickerei, Knopfwaren und deren Adjustierung, die Herstellung oder Bearbeitung von Korb- und Bastwaren, die Herstellung oder Bearbeitung von kunstgewerblichen Artikeln, die Herstellung oder Bearbeitung von Waren aus Kunststoffen, Österreich, die Herstellung oder Bearbeitung von Waren aus Kunststoffen, politischer Bezirk Gmünd, Kuvertieren, Adressieren, Adjustieren oder Verpacken von Waren, die Schifflistickerei sowie die Herstellung oder Bearbeitung von Spielwaren aller Art.

Mindestlohntarife

Mindestlohntarife enthalten Regelungen betreffend Mindestentgelt und Mindestbeträge für den Ersatz von Auslagen für Branchen, für die kein Kollektivvertrag abgeschlossen werden kann. Die Festsetzung der Mindestlohntarife erfolgt durch das Bundeseinigungsamt.

Aktuelle Mindestlohntarife

Alle Mindestlohntarife sind im Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramts (RIS) abrufbar.

Mindestlohntarife für Hausbesorgerinnen und Hausbesorger sowie Anlagenbetreuerinnen und Anlagenbetreuer gelten für die Vornahme von Reinhaltungs- und Wartungstätigkeiten sowie von "anderen Arbeiten". Wirksamkeitsbeginn ist 1. Jänner 2020, die voraussichtliche Laufzeit beträgt ein Jahr.

Es sind Mindestlohntarife für burgenländische Hausbesorger und Hausbesorgerinnen sowie Anlagenbetreuer und Anlagenbetreuerinnen, kärntner Hausbesorger und Hausbesorgerinnen sowie Anlagenbetreuer und Anlagenbetreuerinnen, niederösterreichische Hausbesorger und Hausbesorgerinnen sowie Anlagenbetreuer und Anlagenbetreuerinnen, öberösterreichische Hausbesorger und Hausbesorgerinnen sowie Anlagenbetreuer und Anlagenbetreuerinnen, salzburger Hausbesorger und Hausbesorgerinnen sowie Anlagenbetreuer und Anlagenbetreuerinnen, steirische Hausbesorger und Hausbesorgerinnen sowie Anlagenbetreuer und Anlagenbetreuerinnen, tiroler Hausbesorger und Hausbesorgerinnen sowie Anlagenbetreuer und Anlagenbetreuerinnen, vorarlberger Hausbesorger und Hausbesorgerinnen sowie Anlagenbetreuer und Anlagenbetreuerinnen, und wiener Hausbesorger und Hausbesorgerinnen sowie Anlagenbetreuer und Anlagenbetreuerinnen zur Verfügung gestellt.

Mit 1. Jänner 2013 trat erstmals ein für ganz Österreich geltender Mindestlohntarif für Hausgehilfinnen und Hausgehilfen sowie Hausangestellte in Kraft. Bestehende günstigere Vereinbarungen dürfen durch den neuen Mindestlohntarif nicht verschlechtert werden. Diese Mindestlohntarife sind auch auf Arbeitsverhältnisse gemäß dem Hausbetreuungsgesetz anzuwenden. Bei der Entlohnung mit Dienstleistungsscheck sind die dafür geltenden Regelungen zu beachten. Wirksamkeitsbeginn ist 1. Jänner 2019, die voraussichtliche Laufzeit beträgt zwei Jahre.

Der Mindestlohntarif für Hausbetreuerinnen und Hausbetreuer gilt für Dienstverhältnisse, die nach dem 30. September 2005 abgeschlossen wurden. Arbeitsverhältnisse gemäß Hausbetreuungsgesetz fallen nicht in den Geltungsbereich dieses Mindestlohntarifes. Der Tarif gilt ab 1. Jänner 2020 für ganz Österreich. Hier finden Sie Erläuterungen zu diesem Mindestlohntarif (PDF, 172 KB).

Inhaltlicher Stand: 7. Oktober 2019